Glöcklertag

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Glöcklertag

Am Vormittag des 5. Jänner gehen phantasievoll kostümierte Kinder von Haus zu Haus und kündigen ihr Kommen mit einem lauten „Krupf! Krupf! Krupf!“ an. Das bedeutet, dass sie einen Krapfen möchten, den die Hausfrauen ganz frisch backen. Krapfen wurden früher nur am Glöcklertag und eventuell noch im Spätsommer als sogenannte „Åheiger-Krapfen“ nach Beendigung der Heuernte gebacken. Die Leute sind den Glöcklern gegenüber sehr gastfreundlich, manche schreiben sich auf, wie viele es in diesem Jahr waren. Je mehr, desto glücklicher wird das begonnene Jahr. Diese Form der Glöcklertradition ist in Neukirchen einzigartig.

Der Glöcklerlauf geht bis in die Barockzeit zurück und wurde besonders in Bad Ischl und Ebensee ausgeübt. Die Glöckler dehnten jedoch ihre Läufe bis Traunkirchen und Gmunden aus. Der Glöcklerlauf findet in der letzten Rauhnacht, am 5. Januar, der Nacht vor Dreikönig, statt und war eine so genannte Freinacht, in der besondere Rechte und Freiheiten galten. Der Name „Glöckler“ kommt nicht von „Glocke“, sondern vom althochdeutschen Wort klockon beziehungsweise von den mittelhochdeutschen Wörtern klocken, köcken für „anklopfen, anpochen“ zurück und wird nur volksetymologisch mit den „Glocken“ schellen, die die Klöckler (die „Anklopfer“) tragen, in Zusammenhang gebracht.