Rudolf Markschläger

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Rudolf Markschläger

(1890 – 1982)

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Rudolf Markschläger wurde am 26. November 1890 in Wien IX., Alservorstadt 195, als unehelicher Sohn der aus der Pfarre Sarleinsbach, Altendorf 2, stammenden und im Gastgewerbe tätigen Maria Markschläger (4.9.1863 – 28.6.1931 in Linz) geboren. Er wurde von den Großeltern Josef und Maria Markschläger, die in Linz, Lustenau 145, als Holzschuhmachers-Eheleute lebten, in Pflege genommen.

Nach dem Besuch der Neustädter-Volksschule von 1897 bis1902 (d.i. die heutige Volksschule 4 in der Volksfeststraße 7-11, „Mozartschule“) und der Kaiser-Franz-Joseph-Bürgerschule von 1902 bis 1905 (ist heute nur mehr eine Volksschule, die Volksschule 8 in der Südtiroler Straße 13, „Goetheschule“) in Linz kam Markschläger nach einer ganz kurzen Zeit als Praktikant bei der Teppichfirma Philipp Haas & Söhne an die vor einem Jahr (1904) neu erbaute „Katholische Privat-Lehrerbildungsanstalt des Katholischen Schulvereins für Österreich“ (ab 1. Juli 1918 „Bischöfliches Lehrerseminar“) in Linz, Stifterstraße 27. Die Aufnahme und Unterbringung im dazugehörigen Heim „Salesianum“ am Freinberg vermittelte sein ehemaliger Religionslehrer und Landtagsabgeordnete Wenzel Brand. Markschlägers Mutter erhielt ab 1905 von nun an einen neuen Arbeitsplatz bei ihrer Schwester im Bahngasthaus Mayr in Kleinmünchen 107.

Rudolf Markschläger absolvierte die vier Jahrgänge in der Lehrerbildungsanstalt und erwarb am 22. Juni 1909 das Reifezeugnis für Volksschulen. Mit ihm maturierten weitere 38 Kollegen, so der spätere Bürgermeister von Altmünster, der aus Gosau stammende Josef Wehinger.

Am 1. Juli 1909 trat er seinen ersten Dienstposten als provisorischer Schulleiter an der einklassigen Volksschule in Gosau an, war dann ununterbrochen als provisorischer Lehrer im Bezirk Gmunden (Altmünster, Vorchdorf, Gmunden und Bad Ischl) in Verwendung und legte am 14. November 1911 die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschule ab. Markschläger war dann ein halbes Jahr definitiver Lehrer an der Knaben-Volksschule in Ebensee und wurde mit 1. Jänner 1913 Oberlehrer (Leiter) an der damals vierklassigen Volksschule Neukirchen bei Altmünster. Im Jahre 1911 wurde er für militärtauglich erklärt, wurde aber vorerst zurückgestellt und dann vom Militärdienst wegen des Lehrermangels befreit.

Rudolf Markschläger heiratete am 27.Oktober 1913 die Gerichtsvollzieherstochter aus Bad Ischl und nun Handarbeitslehrerin an der Volkschule Neukirchen Aloisia Grobner (geb.8. Mai 1890 in Dobersberg, Bezirk Waidhofen an der Thaya), die zwei Kindern (Rudolf, geb. 17.1.1916 und Gertrud, geb. 12.6.1920) das Leben schenkte. Sie starb am 5. Februar 1935.

Der Sohn Rudolf maturierte am 14. Juni 1935 am Gymnasium Gmunden, erwarb nach Absolvierung des Abiturientenjahrganges am Bischöflichen Lehrerseminar in Linz am 1. Juli 1936 das Zeugnis der Reife für Volksschulen, diente anschließend als Einjährigfreiwilliger beim Artillerieregiment in Wels, fand infolge Stellenmangels im Schuldienst erst kurz vor der Einziehung zur Kriegsdienstleistung (8. Dezember 1939) einen Posten als provisorischer Lehrer an der Volksschule Knoppen-Kumitz (damals im Bezirk Gmunden). Er wurde am 10. Juli 1942 im russischen Kriegsschauplatz ein Opfer des Krieges. Die Tochter war von Geburt an leidend, nahm an der Nachricht vom Verlust des Bruders tiefen Anteil und starb am 30. Juli 1942. In zweiter Ehe war seit 18. Jänner 1937 die Oberförsterstochter aus Altmünster und nunmehrige Handarbeitslehrerin an der Volksschule Reindlmühl, Maria Ahammer (geb. 19. Juli 1900), seine Gattin.

Als Oberlehrer in Neukirchen (1. Jänner 1913 - 30. Juni 1935) betätigte sich Markschläger in den bestehenden Vereinen (Feuerwehr und Musikverein) und gründete im Jahre 1927 den Männergesangsverein „Aurachtal“, dem er bis September 1934 als Chormeister vorstand. Er stand der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Seite, indem er bei vielen Einzelanliegen bei staatlichen Stellen intervenierte. Seine Herkunft führte ihn bald auch in den christlichen Arbeiterverein, sodass ihn das Vertrauen seiner Mitbürger im Jahre 1919 in den Gemeinderat von Altmünster und 1920 auf der christlich-sozialen Liste für den Wahlkreis Traunviertel in den Nationalrat berief und dem er in den ersten vier Gesetzgebungsperioden (14 Jahre) angehörte. Während dieser Zeit war Markschläger als Oberlehrer in Neukirchen beurlaubt. Im Parlament übertrug man ihm die Stelle eines Schriftführers, teilte ihn einigen Ausschüssen zu und bestimmte ihn im Rahmen der Budgetberatungen zum Berichterstatter über die Kapitel des Bundesvoranschlages der Bundesforste und der Salinen. Er wurde in der Presse als junger, fähiger und redegewandter Abgeordneter beschrieben, vertrat stets die Interessen der Forst- und Salinenarbeiter als deren Obmann im „Christlichen Staatsarbeiterverband“, setzte sich vehement für den Weiterbestand der besonders im Salzkammergut verbreiteten Nutzungsrechte auf Holz, Streu und Weide, seinerzeit als Servituts-, jetzt als Einforstungsrechte benannt. Als langjähriger Gemeinderat setzte er sich unter anderem für den Ausbau der Straße über die Hornerberge nach Neukirchen und dann weiter bis Steinbach sowie für den Ausbau und Erhalt der Försterschule in Ort ein.

Nachdem die Oberlehrerwohnung im Schulhaus auf Grund sehr stark steigender Schülerzahlen als Klassenraum adaptiert werden musste, baute die Gemeinde für den Oberlehrer ein eigenes Wohnhaus, das dann auch von der Familie Markschläger von 1923 bis 1934 bewohnt und fortan „Markschlägerhaus“ genannt wurde. Das Haus bewohnte anschließend ein anderes Lehrerehepaar, war dann ein Gemeindewohnhaus und wurde im Jahre 1978 geschleift. Auf seinem Platz steht nun die Raiffeisenbank Neukirchen.

Nach der mit 1. Mai 1934 erfolgten Änderung der Verfassung und damit der Auflösung des noch bestandenen Rumpfparlamentes bat ihn Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß weiterhin in Wien zu bleiben und im Rahmen der Generaldirektion der Bundesforste den ständischen Aufbau der Bediensteten und Arbeiter zu übernehmen, wozu es aber wegen der Ermordung des Bundeskanzlers nicht mehr kam.

Rudolf Markschläger kehrte in den Schuldienst zurück, legte die Befähigungsprüfung für Hauptschulen (Deutsch, Geographie und Geschichte) ab, und kam mit Schulbeginn 1934/35 an die Knaben-Hauptschule 1 in Linz, Spittelwiese 8-10 (d.i. die am 1. Oktober 1870 eröffnete erste Bürgerschule in Linz. Als Knaben-Hauptschule war sie bis zu ihrer Auflösung im Jahre1966 in diesem Gebäude, das heute ein Teil des im September 1992 eröffneten innerstädtischen Einkaufszentrums „Arkade“ ist. Den definitiven Posten an der Knaben-Hauptschule in Perg trat er nicht mehr an, weil er mit 1. Jänner 1935 vorerst provisorisch und ab 1. Jänner 1938 definitiv Bezirksschulinspektor von Vöcklabruck wurde. Nun konnte auch die Leitung der Volksschule Neukirchen wieder definitiv besetzt werden.

Neben den politischen Mandaten hatte er auch politische Funktionen. So war er Mitglied der Österreichischen Reichslehrerkammer und der Oberösterreichischen Landeslehrerkammer, Obmann-Stellvertreter des Bezirkslehrerverbandes Gmunden und Schriftführer der Katholischen Landeslehrervereinigung.

Mit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus wurde Markschläger mit einem Drittel Bezugskürzung außer Dienst gestellt und mit 1. November 1938 in den Ruhestand versetzt. Er wurde jedoch auf Ansuchen am 16. Dezember 1938 als administrative Hilfskraft im Vertragsverhältnis dem Kreisschulrat in Gmunden zugewiesen.

Nach dem Einmarsch der amerikanischen Besatzung wurde Markschläger ab 1. Mai 1945 mit der Führung der Geschäfte eines Bezirksschulinspektors für den Bezirk Gmunden betraut. Zugleich beriefen ihn die Bewohner der Gemeinde Altmünster durch eine eigens zu diesem Zweck gebildete und parteiungebundene Abordnung dazu, sich sofort an die Spitze der Gemeinde zu stellen und damit als Bürgermeister zu fungieren. Die fortschreitenden Vorarbeiten für die Wiedereröffnung des Schulbetriebes machten aber beide Funktionen auf Dauer unmöglich. Auf eigenes Ansuchen trat er mit Zustimmung der amerikanischen Militärregierung am 23. Juni 1945 von der Stelle eines Bürgermeisters in Altmünster zurück, verblieb jedoch weiterhin als Gemeinderat bis zum Jahre 1950. Bürgermeister wurde sein Maturajahrgangskollege und nunmehriger Volksschuldirektor Josef Wehinger.

Am 20. August 1946 wurde Markschläger auf Grund der Rehabilitierung wieder definitiver Bezirksschulinspektor von Vöcklabruck und erhielt mit Dekret des Bundesministeriums für Unterricht vom 22. Mai 1948 den Titel „Regierungsrat“ und trat mit Erreichung der Altersgrenze am 1. Jänner 1956 in den dauernden Ruhestand, hielt aber regen Kontakt mit ehemaligen Tätigkeitsgebieten. Rudolf Markschläger war von 1959 bis 1965 Obmann des lokalen Fremdenverkehrsverbandes. Der Ehrenring der Gemeinde und die Namensgebung des Wanderweges auf den Gmundnerberg erinnern an diese Tätigkeit.

Auslese von Anerkennungen und Ehrungen:

  • Ehrenmitglied des Verbandes aktiver und provisionierter christlicher Forst- und Salinenarbeiter der Bundesbetriebe Österreichs, 1932
  • Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen, 1934
  • Dank und Anerkennung für 22-jährige Dienste im Kirchenchor durch den Bischof von Linz, 1934
  • Ehrenbürger der Gemeinde Altmünster, 1935
  • Regierungsrat, 1948
  • Ehrenmitglied des Christlichen Landeslehrervereines für Oberösterreich, 1948
  • Ehrenmitglied und Ehrenobmann des Musikvereins Neukirchen, 1932 und 1950
  • Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich, 1956
  • Ehrenmitglied und Ehrenringträger des Männergesangvereins Altmünster, 1960 und 1973
  • Ehrenmitglied des oö.-sbg. Sängerbundes, 1961
  • Goldenes Ehrenzeichen des Bundes der katholischen Lehrerschaft Österreichs, 1964
  • Ehrenmitglied des Verbandes der Einforstungsgenossenschaften Österreichs, 1966